Revision der Norm für Energiemanagementsysteme: ISO 50001:2018 ist in Kraft getreten

Revision der Norm für Energiemanagementsysteme: ISO 50001:2018 ist in Kraft getreten

Die Revision der ISO 50001 ist am 21.08.2018 veröffentlicht worden. Es gilt eine dreijährige Übergangsfrist für die Einführung und Anwendung der ISO 50001:2018. In dieser Zeit sind die alte und die neue Norm parallel gültig. Die Übergangsfrist endet am 20. August 2021, dann verlieren alle ISO-50001:2011-Zertifikate ihre Gültigkeit. Bis dahin muss die Umstellung Ihrer Zertifizierung auf die revidierte Norm erfolgt sein. Wir empfehlen, dass Sie sich frühzeitig mit den präzisierten und neuen Anforderungen vertraut machen. IFU-CERT GmbH wird in 2019 Seminare/Workshops anbieten, die es Ihnen ermöglichen, die Unterschiede zur bisherigen Version zu erkennen und in Ihrer Umsetzung zu berücksichtigen.

 

Folgend geben wir Ihnen einen Überblick über wesentliche Inhalte der revidierten Norm:

 

  • Angleichen der Norm an andere Managementsysteme:
    • High Level Structure
    • Kontextanalyse
    • Risiko- und Chancenbasierte Ausrichtung (Risiken und Chancen aus der sog. Kontextanalyse sind für die energiebezogene Leistung zu ermitteln)
    • Harmonisierung und Präzisierung der Begrifflichkeiten/Definitionen  (auch mit anderen Normen der 50000-er Reihe – ISO 50006, ISO 50015)
    • etc. (Dokumentenanforderungen, Managementverantwortlichkeit…)

 

  • Kein Ausschluss für einen Energieträger, welcher innerhalb des Geltungsbereiches des Unternehmens steht.

 

  • Die Energieplanung (früher Kapitel 4.4) ist in das Kapitel Planung (6) eingegangen und um die Anforderung einer Chancen- und Risikenanalyse (analog dem Qualitätsmanagement) erweitert worden. Die energetische Bewertung (als Kern der „alten“ Norm) wurde weitestgehend beibehalten.

 

  • Die „energetische Bewertung“ fokussiert eindeutiger auf die Analyse der Bereiche mit wesentlichem Energieeinsatz (SEUs).

 

  • Die Begriffe des strategischen und operativen Energieziels wurden überarbeitet und konkretisiert. Die Überarbeitung soll zu mehr Transparenz und Verbindlichkeit hinsichtlich der Energieziele und deren Erreichung, aber auch hinsichtlich der Maßnahmen zur Zielerreichung führen.

 

  • In dem Unterkapitel Kennzahlen/EnPI wird der Bogen zur ISO 50006 geschlagen. Es wird betont, dass die Kennzahlen explizit geeignet sein müssen, den Fortschritt der energetischen Leistung aufzuzeigen und damit die Notwendigkeit, dass Daten belastbar und vergleichbar sein müssen. Auch der Umgang mit der energetischen Ausgangsbasis wurde weiter detailliert.

 

  • Das ehemalige Kapitel 4.6 „Überprüfung“ wurde in das neue Kapitel 9 „Bewertung der Leistung“ überführt und eine Präzisierung des Plans zur Energiedatenerfassung eingefügt. Hier wird auf die ISO 50015 verwiesen.

 

  • Präzisierung der Anforderungen und Dokumentation an die Energiedatenerfassung und den damit verbundenen Anforderungen (bisherige Bezeichnung: „Plan für die Energiemessung“).

 

  • Kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung:
    • Eigener Abschnitt in der DIN EN ISO 50001:2018: „9 Performance Evaluation“
    • An vielen Stellen erfolgt der Verweis auf den Nachweis der kontin. Verbesserung:
      • EnPIs „geeignet“, um die kont. Verbesserung der eL nachzuweisen.
      • „Energetische Ausgangsbasis geeignet“ …
      • „Strategische und operative Ziele geeignet“ ….
      • „Messkonzept geeignet“ …..
      • Weitere
    • Die Verbesserung der energetischen Leistung „über die Zeit“ ist Grundvoraussetzung für die Zertifizierung (s.a. ISO 50003)
2018-10-26T09:40:34+00:0031.08.2018|